Brautkleidstoffe

Auch bei der Stoffauswahl des Brautkleides sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Es können grundsätzlich alle Gewebe verwendet werden, die auch zur Herstellung sonstiger Kleidung verarbeitet werden. Im Laufe der Zeit haben sich jedoch bevorzugte Materialien herauskristallisiert. Bitte beachten Sie, dass die in der Brautmode gebrauchten Begriffe letztlich nur die verschiedenen Verarbeitungsverfahren bezeichnen und nicht das ursprüngliche Gewebe. Der bevorzugt eingesetzte Stoff aus dem die Traumkleider sind, ist Seide, aber auch Polyester und Viskose sind weit verbreitet. Wir wollen Ihnen die für die Anfertigung von Brautkleidern bezauberndsten Stoffe vorstellen, um Ihnen die Auswahl zu erleichtern.

Brautkleider aus Satin

Satin auch als Duchesse (deutsch: Herzogin) bezeichnet, ist wohl der am weitesten verbreitete Stoff für die Herstellung von Brautkleidern. Satin ist ein sehr festes Material, das bevorzugt bei opulenten Kleidern eingesetzt wird. Satin besticht durch seine fein anmutende und edel glänzende Oberfläche, die in der Regel außen liegt. Der Stoff hat ebenfalls eine matte Seite, die in der Regel nach Innen zeigt. Dieser fließende, seidig schimmernde Stoff wirkt nobel und elegant. Seinem Glanz verdankt der Stoff auch seinen Namen (franz. satine = seidig, seidenglänzend). Satin schmiegt sich exzellent in jede Form. Es ist hervorzuheben, dass Satin beinahe knitterfrei ist und auch kaum Feuchtigkeit aufnimmt. Es trocknet dadurch sehr schnell und deshalb sind auch keine Schweißflecke zu sehen. Durch sein hohes Eigengewicht zieht sich der Stoff immer wieder glatt. Flecken können einfach mit Wasser und einem sanften Reiniger direkt ausgewaschen werden. Und das besondere Highlight: Satinglanz ist im Gegensatz zum Seidenglanz augenscheinlicher.

Brautkleider aus Seide

Reine Seide, die Königin aller Naturfasern, ist sicher das Edelste, was eine Braut sich zu ihrer Traumhochzeit leisten kann. Ein Brautkleid aus Seide bietet bei allen Temperaturen einen exzellenten Tragekomfort, denn Seide wärmt bei Kälte und kühlt bei Hitze. Seide ist sehr hautfreundlich und zeichnet sich durch ihren unverkennbaren anmutigen Glanz und ihren weichen fließenden Fall aus. Alle Seidenstoffe können ungefähr die Hälfte ihres Gewichtes an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich feucht anzufühlen. Seide gibt die Hautfeuchtigkeit schnell nach außen ab. Aber Vorsicht: Schweiß kann hässliche Flecken verursachen und die Seide brüchig machen. Achten Sie deshalb darauf, dass immer Schweißblätter eingenäht sind. Es lässt sich auch leicht überprüfen, ob Ihr Wunschkleid auch wirklich aus Seide ist. Reiben Sie den Stoff zwischen Daumen und Zeigefinger und es wird ein raschelndes und knisterndes Geräusch erklingen, das man als "Seidenschrei" bezeichnet.

Brautkleider aus Crêpe

Crêpe ist der "Stoff – Neuling" in der Brautmode. Es ist ein festes, kreppartiges, aber weich fließendes Material. Besonders reizvoll wirkt Crêpe bei Prinzess- und Empirebrautkleidern. Man findet diesen Stoff häufig in Kombination mit Chiffon verarbeitet. Die Attraktivität dieses Stoffes liegt in seiner Schlichtheit und Natürlichkeit.

Brautkleider aus Organza

Neu, aber schon weit verbreitet bei der Fertigung von Brautkleidern ist Organza. Organza ist durchscheinend und hat zusätzlich einen fein schimmernden Effekt. Es wird entweder aus Seiden- oder aus synthetischen Fasern hergestellt. Organza aus Seide zerknittert schnell und kleine Fehler bei der Anfertigung sind auf der glatten Oberfläche sofort sichtbar. Deshalb wird für die Herstellung von Brautkleidern fast ausschließlich Polyester - Organza verwendet. Die Ähnlichkeit ist verblüffend, aber Polyester – Organza knittert deutlich weniger und ist wesentlich robuster und unempfindlicher gegen Beschädigungen. Im Gegensatz zu Chiffon hat dieses federleichte Gewebe dauerhaften Stand und wird deshalb in erster Linie bei Brautkleidern mit aufwendig aufgebauschten und voluminösen Röcken verwendet. Organza gibt den Röcken viel Volumen, ohne jedoch schwer zu wirken und die Kleider haben eine sanft umspielende, weich fließende, leichte und zarte Optik.

Brautkleider aus Chiffon

Chiffon ist ein hauchdünnes, durchschimmerndes Gewebe. Der Stoff strahlt Weichheit, Leichtigkeit und Zartheit aus. Im Gegensatz zum Organza ist Chiffon viel zarter und "streichelt" weich über die Haut der Braut oder "fliest" über das Brautkleid. Klassischer Seidenchiffon wird in der Brautmode wegen seiner Empfindlichkeit selten verwendet. Häufiger findet man hingegen Polyesterchiffon, weil dieser weniger knittert. Eine Rarität sind Brautkleider, die nur aus Chiffon gefertigt werden, da hier viele Schichten übereinander gelegt werden müssen, um das Brautkleid undurchsichtig zu machen. Chiffon wird sehr gerne als zusätzliche Schicht über Satin oder Taft gelegt. Dies verleiht dem Brautkleid dann einen anmutigen und verträumten Charakter.

Brautkleider aus Taft

Taft ist eine der wohl ältesten Stoffarten. Dieses popeline – ähnliche, halbsteife Gewebe wurde anfänglich nur aus Seidenfasern hergestellt. In der gegenwärtigen Brautkleiderfertigung wird vorwiegend Polyester – Taft verwendet. Taft aus Polyesterfasern zeichnet sich durch seine Strapazierfähigkeit aus. Taft hat eine sehr feine Oberfläche mit einer matten Optik. Durch den leichten Stand eignet sich Taft sehr gut für Brautmoden. Er ist etwas leichter als Satin, jedoch mit dem Nachteil, dass er sehr viel leichter knittert.

Brautkleider aus Tüll

Tüll ist Romantik pur und wird vor allem für weite, klassische und aufwändig bestickte Kleider verwendet. Am edelsten wirkt er in Reinweiß und wird in zahlreichen Lagen übereinander verarbeitet. Tüll ist ein durchsichtiges Gewebe, das sich in vielen Brautkleidern wieder findet. Im Gegensatz zu Organza ist Tüll wesentlich fester. Tüll ist außerordentlich stabil und verleiht vor allem Röcken Form und Volumen. Hauptsächlich wird Tüll für traumhafte Schleier verwendet.

Brautkleider aus Spitze

Spitze – 500 Jahre alt, aber immer noch ein Klassiker in der Brautkleiderherstellung. Was früher in aufwendiger Handarbeit gefertigt wurde, wird heute meist maschinell und aus synthetischen Fasern hergestellt. Spitze wird in vielen Variationen immer wieder neu und andersartig eingesetzt. Man findet Spitze nicht nur als Randverzierungen, sondern auch in Form von sanften Drapierungen bei den fließenden Linien wieder. Manche Brautkleider sind sogar komplett mit Spitze überzogen.

Brautkleider aus Shantung

Der besondere Reiz von Shantung wird durch eine Fadenverdickung hervorgerufen. Shantung wird häufig mit Seide verwechselt. Im Gegensatz zur Seide knittert Shantung viel weniger. Durch seine guten Trageeigenschaften ist Shantung ein sehr beliebtes und viel verwendetes Material in der Brautmodenherstellung.